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Rezensionen

Saga Grünwald “Der vergessene Schatz der Götter”
Bergsträßer Anzeiger, 17. März 2017

Das Skelett in der Bibliothek und ein alter Druide

Saga Grünwald “Der vergessene Schatz der Götter”
Solinger Bote, 17. Dezember 2016

Buchvorstellung: Der vergessene Schatz der Götter

Wolf “Trauer ist der Preis der Liebe”  Märkische Oder Zeitung,
19. November 2016

Auf der anderen Seite des Flusses

Wolf “Trauer ist der Preis der Liebe”  Märker, 15. Oktober 2016

Trauer und Liebe vereint

Wolf “Trauer ist der Preis der Liebe”  Oranienburger Generalanzeiger, 10. Oktober 2016

Frauen trauern anders. Männer auch.

Wolf “Trauer ist der Preis der Liebe”  Oranienburger Generalanzeiger, 30. September 2016

Liebesgeschichten über den Tod hinaus

Green “So viele wie möglich”  Bergsträßer Anzeiger, 1. Juli 2016

Betroffenes Schweigen am Ende der Lesung

Grünwald “Begegnungen mit Göttern und Ahnen - Bericht einer Pilgerreise”  Solinger Bote, 13. Februar 2016

Begegnungen mit Göttern und Ahnen

Ben Roeg “Große Frauen - Portraits der kreativen Persönlichkeit”
Media-Mania, Februar 2016

Große Frauen - Portraits

Ben Roeg “Große Frauen - Portraits der kreativen Persönlichkeit”
Kulturbuchtipps, 25.08.2015

Große Frauen - Portraits der kreativen Persönlichkeit

Ben Roeg “Große Frauen - Portraits der kreativen Persönlichkeit”
Solinger Morgenpost, 11.08.2015

Buch mit 20 faszinierenden Portraits v€on kreativen Frauen
 

Rezension Grünwald “Der Zauber von Erde, Meer und Himmel”
Solinger Morgenpost, 25.05.2015

Bildband “Der Zauber von Erde, Meer und Himmel”€

(mxh) Dem Zauber von Erde, Meer und Himmel widmet sich Sandra Grünwald in ihrem neuen Buch. In dem Bildband mit dem Titel “Der Zauber von Erde, Meer und Himmel” stellt die Solinger Autorin ihre Texte - kurze Gedichte und längere Märchen in deutscher und englischer Sprache - vielfältigen Naturfotografien gegenüber.
Die gebürtige Mannheimerin, die seit 2007 in der Klingenstadt als Freie Autorin lebt, richtet ihren Fokus dabei auf die ganz kleinen genauso wie auf die ganz großen Dinge. Auf einen Tautropfen, der einen Grashalm hinab rinnt, “so winzig (...) doch groß genug, um die Welt zu spiegeln”€, ebenso wie auf die Stille “zwischen donnernden Wogen (...) für einen Wimpernschlag, doch Zeit genug für einen Traum”€. Auf den Ruf der Amsel ebenso wie auf den Abschied. Auf die Punkte des Marienkäfers ebenso wie auf die Weite des Himmels. Auf, so sagt Sandra Grünwald selbst, “die winzigsten Bestandteile des Seins”€ ebenso wie auf die “umfassende Gewalt der Elemente”€.
Die Fotografien, die Sandra Grünwald an verschiedenen Orten in Deutschland und England aufgenommen hat und die den Texten auf jeweils einer Doppelseite des Bandes in Querformat gegenüber gestellt sind, greifen dabei stets die Inhalte der Haikus, Gedichte und Kurzgeschichten auf, zeigen raue Klippen, alte Bäume, verwunschene Wälder, brechende Wellen, einsame Strände oder prachtvolle Blumen.
Ihr Anliegen sei es, erklärt Sandra Grünwald, die sich seit November vergangenen Jahres nur noch Grünwald nennt (vorher Sandy Green), im “Einklang mit Erde, Meer und Himmel zu leben, die Kraft der Elemente zu nutzen, die Umwelt zu schützen und Frieden zu verbreiten”€. Respekt vor allem Sein, so Grünwald, sei ihr genauso wichtig wie ein liebevoller Umgang mit allem, was existiert. Diese Haltung spiegle sich auch in ihren Gedichten, Märchen und Romanen wider.
“Der Zauber von Erde, Meer und Himmel” ist, wie auch die vorangegangenen Bücher von Sandra Grünwald - unter anderem “Leben heißt mein finstres Träumen”€ (2013), “La Fuente” (2012) oder “So viele wie möglich”€ (2011) - im von ihr selbst betriebenen “custos verlag”€ erschienen.

Rezension - Grünwald/Greenwood “Der Zauber von Erde, Meer und Himmel - The Magic of Earth, Sea and Sky” von Martina Hörle “Solinger Bote”, 26.04.2015:

Buchvorstellung: Der Zauber von Erde, Meer und Himmel

Interview mit Petra Wolf über “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen”, Solinger Morgenpost, 18.02.2014:

Witwen sprechen über ihre Trauerarbeit

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” von Peter Mayr “Der Standard”, Österreich, 13.02.2014:

Witwen erzählen:
“Irgendwann muss jeder gehen”

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” von Petra Elsner auf “schorfheidewald wordpress”, 22.01.2014:

Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” im Nordberliner, 12.12.2013:

Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen

Rezension - Anthologie “Verrückt nach Leben” in der Neuen Presse Coburg, 05.12.2013:

Der Tod steht mitten im Leben

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” in der Märkischen Oderzeitung, 22.11.2013:

Die Trauer der Witwen

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” von Gaby Bessen auf “Mein Lesestübchen”, 17.11.2013:

Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” in der Neuen Oranienburger Zeitung (Märkische Allgemeine)
24.10.13:

Bleiben und Gehen

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” im Oranienburger Generalanzeiger, 19.10.13

Trauer ist der Preis der Liebe

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” in der Märkischen Oderzeitung, 19.10.13

Trauer ist der Preis der Liebe

Die Schildowerin Petra Wolf hat für ihr Buch “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen" mit Witwen gesprochen. Entstanden sind 18 berührende und Mut machende Porträts
Von Claudia Seiring

“€žJeden Tag besuche ich Dein Grab. Doch es ist eigentlich nicht der Ort, an dem ich Dich finde. Der ist hier im Haus und in unserem Garten, dort, wo Du gelegen hast, ganz ruhig und entspannt, nur ein Blutstreifen lief über Dein Gesicht." Lisas Mann Berthold war schwer krank. Schon länger sprach er von Selbstmord und an einem 3. Oktober erschoss er sich im Garten des gemeinsamen Hauses. Die Geschichte von Lisa und Berthold und davon, wie die Witwe nach dem Tod des geliebten Mannes die Kraft zum Weiterleben findet, erzählt die Schildowerin Petra Wolf in ihrem am nächsten Freitag erscheinenden Buch ”Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen".
Mit 17 verwitweten Frauen hat Petra Wolf gesprochen - doch erzählt werden 18 Geschichten. Denn die 58-Jährige begann zunächst - ohne den Gedanken an ein Buch - ihr eigenes Schicksal aufzuschreiben. “€žDas wollte ich unbedingt für mich machen", erzählt sie, ”€žendlich diese Schwelle überschreiten und darüber berichten, was mit mir geschehen ist". Drei Tage habe sie vor dem Computer gesessen, nichts passierte und dann, endlich, quoll es förmlich aus ihr heraus.
Sie war 51 Jahre alt, als sie ihren Mann verlor. Nach seinem Tod umfing sie eine lange und tiefe Phase der Verzweiflung. In dieser Zeit war sie auf der Suche: “€žIch wollte etwas über Trauer lesen. Ich suchte nach Antworten. Warum wurde die tiefe Leere in mir immer schmerzvoller? War ich noch normal? Würde das jemals wieder aufhören?" Das alles über sich selbst aufzuschreiben führte zum nächsten Schritt. Petra Wolf suchte das Gespräch mit anderen Betroffenen. Als Journalistin war sie es gewohnt, Menschen zu interviewen. Manche Frauen kannte sie bereits, andere fand sie über Freunde oder Bekannte. Sie traf sich mit ihnen für zwei, drei Stunden, “€žmanchmal haben wir zusammen gelacht, manchmal zusammen geweint". Danach waren die Kräfte auf beiden Seiten erschöpft. ”Dann haben wir einen neuen Termin gemacht und weitergeredet."
Die Frauen, die in dem Buch zu Wort kommen, sind zwischen 39 und 77 Jahre alt. Ihre Namen wurden geändert, ihre Daten anonymisiert. Sie alle haben die fertigen Texte gelesen und zur Veröffentlichung frei gegeben. ”€žEs war für die Frauen sehr schwer, das alles noch einmal so kompakt zu lesen, praktisch das ganze eigene Leben so vor sich zu sehen", erzählt Petra Wolf. Ursprünglich hatte sie 20 Porträts zusammen, zwei Interviewte zogen ihre Geschichte zurück: Die Erschütterung beim Lesen war zu groß.
Entstanden ist ein berührendes Buch, das vom Leben und der Liebe mindestens genauso viel zu erzählen hat, wie vom Tod. Viele, die vom Sterben ihres Partners berichten und davon, wie sie es trotzdem geschafft haben, weiter zu leben, erzählen vor allem die Geschichte von Partnerschaft und Beziehung. Sie gewähren dem Leser einen intimen Blick in ihr Leben, sprechen von Ängsten und Hilflosigkeit, von der Schwierigkeit den Kindern trotzdem eine gute Mutter zu sein, von überforderten Freunden und einem leisen, hilfreichen Händedruck im richtigen Moment.
Wie unterschiedlich Menschen trauern, was sie in dieser existenziellen Situation brauchen oder wie sie handeln - all das ist in diesem Buch zu lesen. Während die eine Frau im gemeinsamen Haus weiterlebt, als wäre der Mann nur kurz fortgegangen, muss die andere seine Sachen fortgeben, um nicht immer an ihn erinnert zu werden. Ob diagnostiziert oder als Schicksalsschlag - der Tod kommt immer als Schock daher, als ein Schlag, der nicht absehbar ist.
Manchmal wird das Sterben des Partners auch als Befreiung empfunden, wie bei Vera. Die 76-Jährige gibt freimütig zu, dass sie über den Tod ihres alkoholabhängigen Mannes erleichtert war. Auch ihre Geschichte erlaubt einen Blick hinter die Kulissen einer Beziehung, beschreibt, wie Menschen zusammenleben, was sie einander antun und miteinander aushalten. Kein Tabu gibt es in Petra Wolfs Buch beim Thema Sehnsucht nach Sex und neuer (auch körperlicher) Beziehung. Viele - gerade die jüngeren Frauen - wünschen sich nach einer unterschiedlich langen Phase der Zurückgezogenheit einen neuen Partner, möchten nicht im Alter von 40 oder 50 Jahren auf eine einsame Zukunft blicken.
So ging es auch Petra Wolf selbst. Sie hat einen neuen Partner gefunden und ist glücklich in ihrer Beziehung. Trotzdem kehrt die Traurigkeit immer wieder zu ihr zurück. “€žIn der dunklen Jahreszeit ist es schlimmer, das frühe Dunkelwerden ist sehr schlecht für Trauernde", sagt sie. Und dass die Trauer der Preis der Liebe ist, sozusagen inbegriffen.
Und? Gibt es ein Rezept dagegen? Petra Wolf überlegt nur kurz: ”Ich glaube, das ist die falsche Frage. Es gibt ein Rezept für die Trauer und nicht dagegen." Wer Schmerz und Unglück nicht verdrängt, sondern durchlebt - möglicherweise mit Hilfe von Profis - könne gestärkt aus der Verzweiflung hervorgehen. Nicht zu vergessen, die Menschen an ihrer Seite: “€žIch habe einen tollen Partner, ohne ihn wäre ich nicht so, wie ich jetzt bin."

 

Rezension - Petra Wolf “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” im Märker, 12./13.10.13

“Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen”
Die Schildower Journalistin Petra Wolf lädt zur Buchpremiere ein / 18 Witwen erzählen von ihrem Schicksal

Schildow: “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen - Witwen erzählen” heißt das druckfrische Buch der Schildowerin Petra Wolf, das soeben beim custos verlag erschien. Mit dem Buch hat die 58-jährige Autorin ihr eigenes Schicksal verarbeitet. Insgesamt 18 Frauen im Alter von 39 bis 77 Jahren erzählen darin ihre Geschichte. Am Freitag, 25. Oktober, findet um 20 Uhr im Schildower Bürgersaal die Buchpremiere statt.
Den 1. Oktober dieses Jahres wird Petra Wolf wohl immer in ihrem Gedächtnis behalten. Gerade hat sie es sich für ein Pressegespräch an ihrem großen Holztisch gemütlich gemacht, da kommt ihr Lebenspartner Egon Homer durch die Terrassentür. Mit einem Lächeln legt er ein kleines Päckchen auf den Tisch. “Ich dachte, ich bringe die Post gleich rein.” Nun steht er am Tisch und wartet auf die Reaktion seiner Partnerin. Es dauert einen winzigen Moment, dann ist die Freude groß. “Das ist ja ein Päckchen vom custos verlag. Das ist mein Buch”, freut sich Petra Wolf riesig. Zwar liegt ihr die Druckfahne zu diesem Zeitpunkt schon vor, aber sie ist gespannt, wie das Buch nun “in den Händen liegt”. Langsam öffnet die Schildowerin den Umschlag, bedächtig löst sie danach die Schutzfolie und betrachtet das Cover. “Das sieht wirklich gut aus”, ist sie zufrieden. “Das Foto ist von Egon”, sagt sie stolz. “Es passt wirklich gut zum Thema.” Auch beim kritischen Blick auf die einzelnen Seiten kommt Freude auf. “Genau so habe ich mir alles vorgestellt. Die Schriftgröße ist groß genug, so dass auch ältere Menschen entspannt lesen können”, sagt sie und legt ihr Buch wie ein Juwel neben sich. Es ist das erste Buch der Journalistin.
Dann erzählt Petra Wolf, wie sie dazu gekommen ist, dieses Buch zu schreiben. Als sie 2006 zur Witwe wird, findet sie wenig Literatur, die ihr hilft, dieses Schicksal zu verarbeiten. “Was es gab, war dann nicht mehr zeitgemäß”, erinnert sie sich.
51 Jahre ist sie alt, als ihr Mann sich wegen einer schweren Krankheit im Oktober 2006 das Leben nimmt. Freunde und Familie stehen hilfreich zur Seite. Trotzdem bleibt die Einsamkeit. “Um damit fertig zu werden, habe ich mich in die Arbeit gestürzt, habe zahlreiche Termine gerade am Abend wahrgenommen, um nur nicht allein zu Hause zu sein”, berichtet sie. Ihr wird klar, dass sie ihre Geschichte aufschreiben muss. Das macht sie auch. Als die Idee zum Buchprojekt reift, hat sie mit Egon bereits ihr neues Glück und neuen Halt gefunden.
Dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein ist, war der Schildowerin durchaus bewusst. Deshalb hat sie auch andere Frauen befragt, um möglichst unterschiedliche Geschichten aufzuschreiben. “Ich möchte damit zeigen, dass es ganz unterschiedliche Arten der Trauerbewältigung gibt”, sagt sie. Immer wieder nimmt Petra Wolf zwischendurch das druckfrische Buch in die Hand und freut sich. “Das ist mein Lese-Exemplar für die Buchpremiere. Ich muss mir nur noch überlegen, welche der Geschichten ich vorlesen werde.” Für einen kurzen Moment hält sie inne. Dann erzählt sie, dass sie schon öffentlich gelesen hat, allerdings fremde Texte. “Jetzt werde ich bei Veranstaltungen aus meinem Buch vorlesen. Das ist etwas Neues.” Dann blickt sie wieder zurück. “Ich habe Witwen aus dem fernen Bekanntenkreis angesprochen. Viele waren gleich offen. Andere brauchten Bedenkzeit. Bei den Gesprächen habe ich gemerkt, dass es ein Vorteil ist, dass ich ein ähnliches Schicksal hatte. Wir haben oft zusammen geweint, und wir haben zusammen gelacht. Die Gespräche waren Therapie. Die Frauen öffneten sich, haben über Verdrängtes gesprochen. Mit den meisten Frauen habe ich mich mehrmals getroffen. Sie haben ihre Seele und ihr Herz geöffnet. Und ich habe ihnen meine Geschichte erzählt.”
Die Geschichten werden zum Selbstläufer. “Die Frauen haben zum großen Teil auch mich gefunden”, erinnert sich Petra Wolf.
Nicht nur ihr Lebenspartner Egon Homer war und ist großer Unterstützer ihres Buchprojekts. Als sie 2012 intensiv mit der Verlagssuche beginnt, stößt sie auf den custos verlag und lernt die Verlegerin Sandra Grünwald kennen, die von dem Manuskript begeistert ist. “Ich selbst bin ehrenamtlich im Palliativen Hospiz Solingen tätig und habe mich schon länger mit dem Thema Tod, Sterben und Trauer beschäftigt. Es ist ein großer Mangel, dass diese Themen in unserer Gesellschaft noch immer verdrängt und weggeschoben werden. So stoßen Trauernde häufig auf Unverständnis bei ihrer Umwelt”, macht Verlegerin Sandra Grünwald deutlich, warum sie das Manuskript so begeistert hat. “Der custos verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche tabuisierten Themen ins Gespräch zu bringen. Aus diesem Grund wurde in diesem Jahr auch ein Literaturwettbewerb zum Thema “Sterben, Tod und Trauer in Würde” ausgeschrieben. Die daraus entstandene Anthologie wird während der Preisverleihung im November in Solingen vorgestellt. Das Buch von Petra Wolf hat mich sofort überzeugt, weil es die authentischen Geschichten einzelner Frauen erzählt. Frauen wie du und ich, die offen über ihre Ängste, über ihren Schmerz, die Trauer, ihre Sehnsüchte und ihre Hoffnungen sprechen. Es sind Geschichten, in denen sich der Leser wiederfinden kann und die dadurch eine heilende Wirkung für Trauernde haben, aber auch Verständnis vermitteln können und ein wichtiger Beitrag für die Trauerbegleitung und die Trauerarbeit sind”, so Grünwald.
Nun liegt das Buch vor. Petra Wolf hat ihr Projekt abgeschlossen. 18 ganz unterschiedliche Frauen erzählen ihre Geschichte. Petra Wolf hat sie eins zu eins aufgeschrieben. Zum Schutz hat sie die Namen und Wohnorte verändert.
“Jede Geschichte ist etwas Wertvolles und Besonderes. Aus ihnen ist ein sehr persönliches Buch entstanden. Es erzählt von tiefen Gefühlen, von Sehnsüchten und geheimen Wünschen”, schreibt die Autorin in ihrem Vorwort.
Nun hofft die Schildowerin, dass möglichst viele Gäste zur Buchpremiere am Freitag, 25. Oktober, in den Schildower Bürgersall kommen.
Diese wird musikalisch von Bernd Rose umrahmt. Der Bügersaal befindet sich an der Franz-Schmidt-Str. 3 in Schildow. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Lese-Tipp

Ein leiser Händedruck

Die Geschichten könnten unterschiedlicher nicht sein - und doch haben sie alle eine Gemeinsamkeit - sie erzählen von Witwen und damit vom schweren oder weniger schweren Verlust eines geliebten Menschen. Wanda zum Beispiel konnte ihre Silberne Hochzeit nicht mehr feiern, weil ihr Mann wenige Wochen zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatte. Lange konnte sie über die Leere in ihrem leben nicht sprechen. Sie hatte den Verlust ebenso verdrängt wie den Tod ihrer Mutter, die sich im Alter von 50 Jahren das Leben nahm. Christin musste mit der Diagnose “Hirntumor” ihres Mannes fertig werden und erlebte, wie er sich in seinem Wesen stark veränderte. Die 73-jährige Anne hat noch immer nicht den Partner gefunden, der nicht nur bekocht werden will, sondern auch sie verwöhnt. Sie lebt seit dem Tod ihres Mannes allein und engagiert sich im Seniorenverein. Dorothea denkt nach dreißig Jahren noch immer an ihre einzige Liebe zurück, obwohl sie längst wieder verheiratet ist - unglücklich. Die Autorin Petra Wolf hat die Geschichten der Frauen eins zu eins aufgeschrieben, auch ihre eigene. Herausgekommen ist ein leises, warmherziges Buch mit schwerer Kost. Dennoch erzählt sie die Geschichten von 18 Frauen authentisch und auf gewisse Weise leicht, denn die Geschichten handeln auch von der Liebe. Ihr Buch “Das Bleiben schmerzt mehr als das Gehen” versteht sie als einen leisen Händedruck, und das ist es auch. Es hilft, Trauer zu verarbeiten. Es versteht sich auch als Hilfestellung für Menschen, die Trauernden begegnen.
                                                Heike Ottilige

Rezension - Sandy Green “Leben heißt mein finstres Träumen” in der Solinger Morgenpost, 24.04.13

Sandy Green beschreibt erschütternde Frauenschicksale
Neues Buch über SS-Bordelle

Als sich Anfang 1945 der militärische Ring um das weithin zerbombte Deutschland immer enger schloss, zerstörten die Nazis in den Vernichtungslagern als Erstes die Gaskammern, dann die Bordelle. Die lagen außerhalb der Lager und waren für die Wächter der SS bestimmt. Junge Frauen, viele von ihnen mit einem Aufnäher in Form eines schwarzen Winkels als “asozial” gekennzeichnet, durchlebten dort die Hölle. “Die Schönsten, das weiß ich genau”, so erinnert sich eine Zeitzeugin aus dem KZ Ravensbrück in einem Interview, “die Schönsten kamen in die SS-Bordelle.” Die Solinger Autorin Sandy Green ist der Spur unschuldiger Frauen in die SS-Bordelle gefolgt und hat daraus einen Roman gemacht. “Leben heißt mein finstres Träumen”, so hat sie die fiktive Geschichte von Christine und ihren Kameradinnen betitelt, die allerdings auf historischen Quellen wie Protokollen von Zeitzeugen basiert. “Zwei Jahre habe ich gebraucht, um die richtige Sprache zu finden”, sagt die Autorin. Zu schockierend waren die Grausamkeiten, die ihr bei ihren Recherchen begegnet sind. Dabei konnte die Solingerin auf erworbene Kenntnisse bei den Recherchen für ihr vorheriges Buch zum Themenkreis zurückgreifen, das sich mit Häftlingsbordellen beschäftigt. Die waren nicht für die SS-Wachen, sondern eben für willfährige Lagerinsassen bestimmt, die als Unteraufseher der Häftlinge fungierten. Das Ausharren in einer ausweglosen Zwangslage, die dennoch immer wieder leise Hoffnungen aufkeimen ließ, hat Green in eine Geschichte gegossen, die für viele der Frauen tödlich endet.
Bangen und Hoffen in offenbar auswegloser Zwangsprostitution - das müssen junge Frauen heute noch. Das weiß Caritas-Direktor Christoph Humburg. Auch wenn die historische Situation eine gänzlich andere sei, so gebe es doch in dem Buch “viele Strukturen, die ich aus Beschreibungen unserer Mitarbeiterinnen kenne”, sagt Humburg. Die Caritas betreut zwei örtliche Projekte für junge Zwangsprostituierte, vornehmlich aus osteuropäischen Ländern, aber auch aus anderen Teilen der Welt. “Die Frauen kommen völlig verängstigt in unsere Beratungsstellen”, sagt Humburg. Ihre Familien würden in der Heimat bedroht. Die Frauen, die von ihren Peinigern an häufig wechselnden Adressen gehalten würden, hätten Angst zur Polizei zu gehen, nicht zuletzt, weil sie staatlichen Organen misstrauten. Ein Euro von jedem verkauften Buch (9,90 Euro), das im custos verlag erschienen ist, fließt in das Caritasprojekt “EVA”.

Artikel über Sandy Green “Leben heißt mein finstres Träumen” in der Solinger Wochenpost, 23.04.13

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Artikel über Sandy Green “Leben heißt mein finstres Träumen” im Solinger Tageblatt, 17.04.13

Roman über Bordelle der SS-Schergen

Rezension
Anthologie “DAFÜR” in der Solinger Wochenpost, 19.02.13

Intensiv und packend
Solinger Verlag veröffentlicht Anthologie über Menschenrechte

Regionale Literatur (IT). Wenn das junge Mädchen voller freudiger Erwartung dem Ritual entgegensieht, das es zur Frau werden lassen soll und es sich dann in einem Beschneidungszelt wieder findet; wenn der neunjährige Junge auf dem Flüchtlingsboot miterleben muss, wie Soldaten aus einem Land, das für seine gebeutelte Familie endlich Frieden bedeuten sollte, seine Mutter totschlagen; wenn Kinder sich in schmutzigen Fabriken halb zu Tode quälen, damit man hierzulande billige T-Shirts kaufen kann; wenn gleichgeschlechtliche Liebe gleichbedeutend mit einem Todesurteil ist; wenn ein Vergewaltigungsopfer den Vergewaltiger heiraten muss, um Schande von der Familie abzuwenden und selbst einer juristischen Verfolgung zu entgehen. Wenn all diese Dinge in kurzen Texten verarbeitet werden, und mit einer unglaublichen Intensität direkt das moralische Empfinden des Lesers herausfordern, dann hat der Herausgeber offensichtlich einiges richtig gemacht, denn die von den Werken behandelten Gegenstände setzen sich auf diese Art langfristig fest und sorgen dafür, dass man - zumindest im besten Fall - eine zeitlang mit offeneren Augen, vielleicht nicht durchs ganze Leben, aber doch zumindest durch diverse Konsumtempel geht.
Mit “Dafür” ist dem Solinger custos verlag erneut eine packende Zusammenstellung tief unter die Haut gehender Kurzgeschichten und Gedichte gelungen.
Die im Rahmen des “Literaturwettbewerbs Menschenrechte” eingereichten Beiträge stammen von 58 Autoren aus sechs Ländern.
Und obwohl das literarische Niveau eine durchaus größere Bandbreite aufweist, ist die eingangs erwähnte Intensität fast gleichbleibend hoch. Und das ist in vorliegendem Fall eine richtig gute Nachricht.

Rezension
Shalom Sechvi “Mein Herz schlägt wieder” im Solinger Tageblatt, 18.08.12

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Rezension
Shalom Sechvi “Mein Herz schlägt wieder” in der Solinger Morgenpost, 06.07.12

Shalom Sechvi ist der Hölle entkommen

(wgü) In Ness Ziona, seit 25 Jahren Solingens Partnerstadt in Israel, lebt der 84-jährige Maler und Schriftsteller Shalom Sechvi am Abend eines langen, dramatischen Lebens. Der junge Shalom erlebt noch das harmonische Leben im jiddischen “Stedl” seiner polnischen Heimat. Bald kommt er in Arbeitslager, in Konzentrationslagern erlebt er die ganze Grausamkeit der Judenverfolgung in Deutschland, aber er überlebt auch den Todesmarsch im April 1945. Nach anfänglicher Internierung gelingt ihm 1946 die Einreise nach Palästina, seinem “Eretz Israel”, dem gelobten Land. Dort schließt er sich der zionistischen Militärorganisation Haganah an.
Sechvi war oft in Solingen zu Besuch, er stellte seine Bilder aus und besuchte Schulen. Im November 2011 waren seine Collagen im Theaterfoyer zu sehen, in einer szenischen Lesung wurden damals auch seine Lebenserinnerungen “Mein Herz schlägt wieder” vorgestellt. Jetzt sind diese kurzen Texte über ein langes, bewegtes Leben als Buch im Solinger custos verlag erschienen.
Emotionslos und schlicht
Shalom Sechvi berichtet in Form der Reportage, durch die klare, manchmal fast lakonische Sprache treten die grauenhaften Einzelheiten des Mordens und Quälens besonders scharf hervor. Verlagsleiterin Sandra Grünwald stellte das Buch vor, Sprecherin Claudia Gahrke las bei der Präsentation einige Kapitel dieser besonderen Autobiographie. Texte, die in ihrer weitgehend emotionslosen Schlichtheit tief berühren. Musikalisch umrahmt wurde die Lesung von den Musikschülerinnen Maria Shykyrinska, Klavier, und Rebecca Mulhern, Querflöte.
Shalom Sechvi bereichert sein Buch auch mit einigen seiner berührenden, detailreichen Federzeichnungen. Das Buch kostet 8,90 Euro.

Rezension
Sandy Green “La Fuente” in der Solinger Morgenpost, 19.05.12

Blick in die Zukunft

(mit) Nach ihrer Geschichte “So viele wie möglich” über das Leben der Rot-Kreuz-Schwester Maria, die im Krakauer-Ghetto Kinder versteckt unter ihren Röcken aus dem Ghetto schmuggelte, wirft die Solinger Autorin Sandy Green in ihrem neuesten, im custos verlag erschienenen Roman “La Fuente” einen Blick in die Zukunft. Green verknüpft in ihrer Science-Fiction-Erzählung das Leben von zwei Wissenschaftlerinnen - die in zwei einhundert Jahre voneinander getrennten Zeitebenen leben und forschen.
Da ist einmal die verheiratete Sarah Howard, deren in London in einem Labor arbeitender Mann Charles ebenfalls Wissenschaftler ist, die sich 2020 auf den Weg in den südamerikanischen Regenwald macht. Hier sucht sie bei einem noch unerforschten Indio-Volk eine Heilpflanze gegen Krebserkrankungen. “Die Quadasenis hatten die Expedition freundlich empfangen. Sarah hatte damit gerechnte, dass man ihr Misstrauen, vielleicht Furcht oder im schlimmsten Fall sogar feindliche Aggression entgegenbringen würde. Schließlich hatte dieses Volk so gut wie keine Kontakte zu zu weißen Menschen gehabt bisher.” Sarah ist am Ziel. Ein Medizinmann lässt einen Wächter die gesuchte Pflanze holen. “Da war sie nun. Direkt vor ihren Augen. Zum Greifen nah. Die Wunderpflanze. Dabei sah sie so unscheinbar aus. Ein holziger Stängel mit grünen Blättern. Keine auffälligen Farben, keine aufsehenerregenden Muster. Und dennoch war sie etwas Besonderes. Ein Wunder. Sarah merkte nicht, wie eine Träne über ihre Wange rann.”
Die zweite Geschichte handelt von der Wissenschaftlerin Dr. Sadie Gordon, die im Jahr 2120 an einem Computerprogramm arbeitet, das Blicke in die Zukunft ermöglicht. Das Programm soll dem Erd-Commander Chuck Herod helfen, einen katastrophalen Krieg, der die Zukunft der Erde bedroht, zu verhindern. Nach einem Testlauf gibt Sadie das Jahr 2020 in den Computer ein - und als Ort Quadasenien...
Roman “La Fuente” von Sandy Green, custos verlag Solingen, 10,90 Euro (jeweils 50 Cent pro Buch gehen an das Deutsche Rote Kreuz und den Naturschutzbund NABU)

Rezension
Sandy Green “La Fuente” des Solinger Tageblattes vom 05.05.12

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Rezension der Bücher “Furchtlos” und “Gedankenlos” in der Solinger Wochenpost, 27.03.2012

Gegen Ignoranz und Opportunismus
Solinger Neuveröffentlichungen bekennen Farbe

Region (IT). Gleich zwei erwähnenswerte Veröffentlichungen sind in den letzten Wochen beim Solinger custos verlag erschienen. Und obwohl beide Werke zeitlich wie thematisch auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, so wird schnell klar, dass ein Kerngedanke beide Bücher eint: das Aufbegehren gegen Ignoranz und Opportunismus.
Natürlich ist Ulla Feldhaus’ Kurzbiografie über die Solingerin Tilde Klose, die 1942 von den Nationalsozialisten ermorden worden ist, ein eher sachliches Werk. Andererseits stellt sich die Frage, wie sachlich man bei dieser Thematik überhaupt bleiben kann. denn obwohl Feldhaus viele blutige Details ausspart, die Tilde Klose und ihren Mithäftlingen im KZ Ravensbrück und den Folterkellern der Gestapo widerfahren sind, kriecht das Unbehagen durch die Seiten, kommt allenthalben zum Vorschein. Wer in einer Zeit, in der das Äußern einer nicht staatskonformen Meinung das Todesurteil bedeuten konnte, dennoch seinen Idealen treu bleibt, ist nicht nur “Furchtlos” gewesen beim Vermitteln demokratischer Ideen, sondern nicht zuletzt dank dieses Buches auch unsterblich geworden.
Tilde Klose wäre heute 120 Jahre alt. Als KPD-Mitglied wurde ihr, die wie Schlachtvieh grundlos in den Tod getrieben worden ist, zunächst nur in der DDR die Ehre zuteil, die eigentlich jedem Häftling eines KZ zugestanden hätte. Ihre Peiniger hingegen lebten und arbeiteten teils unbehelligt und bestens beleumundet nach Kriegsende weiter. Opportunismus lohnte sich immer schon. Auch davon berichtet dieses Buch.
Dass man heute wieder darüber diskutiert, eine Straße ihrer Heimatstadt Solingen nach Tilde Klose zu benennen, zeigt, dass die allgemeine Ignoranz ein wenig bröckelt. Und das ist gut so.
Paula S. J. Maschke ist erst knapp 15 Jahre alt. Im vergangenen Jahr hat sie den verlagsinternen Schreibwettbewerb zum Thema “Kinderarmut” gewonnen. Der Preis: die Veröffentlichung des jetzt erschienenen Bandes “Gedankenlos: Lyrik und Prosa”.
Hat man es bei der Lyrik auf den ersten Blick größtenteils mit Naturdichtung zu tun, so wird erst nach einiger Zeit klar, dass man ganz tief drinsteckt in der Gefühlswelt und der Wahrnehmung eines jungen Menschen und die dargebotenen Landschaften durch eine Art Brille beobachtet, die manchmal erhellt, manchmal verdunkelt, aber den Leser fast immer in den Bann dieser Welt zieht, an die sich ältere Semester Zeile für Zeile besser erinnern können.
Leider sehr aktuell ist das in der Kurzgeschichte “Letzte Reihe, rechter Platz” behandelte Thema Mobbing. Hier entfaltet sich das ganze Geschick der Autorin, die es schafft, das beklemmende, ausweglose Dasein eines gemobbten Schülers so intensiv nachzuzeichnen, dass man unweigerlich Scham empfindet. Scham für die kleinen und großen Nickeligkeiten der breiten Masse, die in der Summe dazu führen, dass jemand ohne erkennbaren Grund Opfer wird. Auch hier werden sehr schnell der Opportunismus und die Ignoranz gegenüber den grundlegenden Formen menschlicher Würde im Umgang miteinander deutlich. Und auch hier spielt wieder eine Rolle, dass die breite Masse ein furchtbarer, von Angst getriebener Folterknecht werden kann, der fürchtet, selbst zum Opfer zu werden, sobald er der Masse entkommt.
Letztlich sind sich die Gegenstände beider Bücher also ähnlich. Das Wissen um die Aktualität dieses Gegenstandes macht beide Werke wichtiger denn je.
 

Solinger Tageblatt, 24.03.2012

Bericht über Shalom Sechvi und sein im Juli erscheinendes Buch “Mein Herz schlägt wieder”

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Rezension “Furchtlos”, BAF, März 03/2012

Furchtlos

Auf ihrer Fahrt im Jahre 2009 durch Mecklenburg Vorpommern kommt Ulla Feldhaus, die Autorin des Buches, mit ihrem Mann auch zur Gedenkstätte des Frauen-KZ Ravensbrück. Obwohl sie das Gesehene nur schwer verarbeiten kann, blättert sie an einem Büchertisch in dem Buch “Kreuzweg Ravensbrück”. Dabei stößt sie auf ein Bild der Solinger Widerstandskämpferin Mathilde Klose. Der Mythos und die Person Tilde Klose lassen sie nicht mehr los.
Sie beschließt, ihren Leidensweg nachzuspüren. Daraus entstand eine 68-seitige Broschüre mit eindrucksvollen Schilderungen über das Leben und Leiden der Solingerin in den Jahren 1892 bis 1942. Eine Vielzahl von Bildern und Dokumenten lassen den Leser der Broschüre ein wenig teilhaben an Tildes Leben. Die leichtverständliche Art des Schreibens sollte es auch Jugendlichen und Menschen, die sich noch nicht so viel mit dem Faschismus und seinen Gräueltaten befasst haben, ermöglichen, durch diese Broschüre einen ersten Schritt in diese Richtung zu machen. Und jedem Antifaschisten kann ich sie als Ergänzung seiner Bibliothek nur ans Herz legen.
                                                 Marion Bonk
 

Rezension “Ungesehene Tränen”, Solinger Wochenpost, 13.12.11

Von der Armut

Solingen (IT). Denkt man an Kinderarmut, fallen einem in erster Linie die so genannten Dritte-Welt-Länder ein. Bilder aus Afrika oder Asien, diverse mehr oder weniger seriöse Spendenaktionen und die Tatsache, dass wir alleine in Deutschland jährlich so viele Lebensmittel wegwerfen, dass man die ganze Welt damit für lange Zeit satt machen könnte. So weit, so schlecht.
Dass Kinderarmut ein aktuelles und furchtbar globales Problem ist, zeigt der mehr als lesenswerte Band “Ungesehene Tränen”. Die vom Solinger custos verlag veröffentlichte Anthologie enthält Kurzgeschichten zum Thema Kinderarmut, die wirklich unter die Haut gehen. Denkt man bei der skurril anmutenden Einleitungsgeschichte “Eine indische Hochzeit” der Solinger Autorin Sandy Green inhaltlich zunächst noch an einen schlechten Scherz, so erschließt sich nicht erst beim “Nachgooglen” der Thematik das Grauen, das sich wirklich hinter dem Schicksal der Protagonistin verbirgt. Nein, spätestens nach der dritten Kurzgeschichte weiß man, wie ernst es allen in dem Band versammelten Autoren ist, von denen viele aus der bergischen Region stammen. Und nachdem man das Buch zur Hälfte geschafft hat, ist auch klar, dass die Armut selbst dort lauert, wo man im Grunde gediegenen Wohlstand vermutet. Gerade mit Kinderaugen gesehen, entpuppt sich das beliebte konservative Argument, es ginge den Menschen in unserer Gesellschaft dank der sozialen Sicherungssysteme durch die Bank hervorragend, als geradezu bizarr.
Ein mutiges Buch, das nicht nur die Menschen interessieren sollte, die pünktlich zur Weihnachtszeit ihr Gewissen neu entdecken wollen. Es regt zum Nachdenken an und zur Wertschätzung der “ganz gewöhnlichen Dinge”. Und gerade das macht die Investition in dieses Buch, von der je 50 Cent an die Aktion “Tischlein deck dich” gehen, überaus wertvoll.

 

Rezension “Von der Lüge und anderen Wahrheiten”
Solinger Wochenpost, 13.12.11

Von der Wahrheit

Solingen (IT). Was ist eigentlich Wahrheit? Diese Frage füllt ganze Regale in den Universitätsbibliotheken rund um den Globus. Dass die Solinger Philosophin Uta-D. Rose diesen mehr als schwierigen, standpunkt-, diskurs und zeitabhängigen Gegenstand nicht erschöpfend auf 121 Seiten diskutieren oder sogar erklären kann, dürfte klar sein. Dass sie sich aber Lügen, Gerüchten und diversen zentralen Begriffen unserer Gesellschaft in kurzen, anregenden Texten nähert, ist ein schöner Effekt. Allerdings regen die Texte zum Mitdenken und Weiterlesen an, sind also “anschlussfähig”. Wer dazu keine Lust verspürt, für den ist “Von der Lüge und anderen Wahrheiten” nicht wirklich zu empfehlen. Allerdings dürfte diese Klientel unter den Interessenten für Uta-D. Roses Schwerpunkt ohnehin verschwindend gering sein.

 

Rezension “Von der Lüge und anderen Wahrheiten”
Solinger Morgenpost, 10.12.11

Von der Faszination der Philosophie

(aki) Wie populär man Philosophie gestalten kann, beweist die Solingerin Uta-D. Rose seit vielen Jahren in ihren stets gut besuchten Philosophie-Café. Dort behandelt sie regelmäßig Themen von allgemeinem Interesse. Ist der Mensch böse? Was ist die Wahrheit? Die politische Lüge. All diesen Fragen ist die freie Philosophin schon nachgegangen bei ihren Veranstaltungen. Seit 2000 leitet sie das Philosophie-Café in der Solinger Stadtbibliothek und hält Vorträge. Was lag da näher, als Streitgespräche, die Uta-D. Rose mit ihren Teilnehmern führte, in Buchform herauszugeben. Das kleine Bändchen mit 123 Seiten ist im Solinger custos verlag erschienen.
In zwölf Kapiteln gibt die Autorin darin eine Einführung zu verschiedenen philosophischen Themen. “Von der Lüge und anderen Wahrheiten” soll eine Anregung geben, philosophische Streitgespräche zu führen. Die Autorin bemüht dabei zum einen berühmte Philosophen, stellt zum anderen aber auch die Tehmen in den aktuellen heutigen Zusammenhang.
“Die Lust am Denken regt sich überall und bei jedem, wenn sich Fragen stellen, auf die es keine ausreichende Antwort gibt. Oder wenn sich Dinge ereignen, die man nicht versteht”, sagt die Autorin, die an der Bergischen Universität studierte und zum Thema “Die Komplexität politischen Handelns” promoviert hat.
In ihrem Buch hat Uta-D. Rose am Ende jedes Kapitels und jedes Themas Anregungen zusammengestellt, wie man die Diskussion mit passenden Fragen in Gang bringen kann.

 

Rezension “Furchtlos - Das Leben der Solingerin Tilde Klose”
Solinger Tageblatt, 07.12.11

Buch über furchtlose Frau
SOLINGER KÖPFE Die Autorin ist Ulla Feldhaus (65), Solingens Ex-Bürgermeisterin.

Von Haus aus ist Ulla Feldhaus Förderschullehrerin. In ihrer zweiten Karriere war die SPD-Frau zehn Jahre lang Bürgermeisterin in Solingen. Nach ihrem Rückzug aus der Kommunalpolitik hat die 65-Jährige die Historie für sich entdeckt.
Zu dem Thema, über die Solingerin Tilde Klose zu schreiben, die 1942 von den Nazis im KZ ermordet worden war, kam Ulla Feldhaus allerdings eher zufällig. „Beim Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern vor zwei Jahren habe ich mit meinem Mann das Konzentrationslager Ravensbrück besucht“, erinnert sich Feldhaus. Auf dem Büchertisch der Gedenkstätte ist sie dann auf ein Bild von Tilde Klose gestoßen. Der Hinweis „geboren in Solingen“ hat Ulla Feldhaus nicht mehr losgelassen. Sie hat recherchiert, Briefe ausfindig gemacht und Kontakt zur Tochter einer Freundin von Tilde Klose hergestellt. „Innerlich hatte ich den Auftrag, irgendetwas darüber zu machen.“
Tilde Klose (1892-1942) war die Tochter eines Beigeordneten in Solingen. Ihre Mitgliedschaft in der SPD und später bei den Kommunisten hat sie in die Nazi-Fänge geführt. „Es ist beeindruckend, wie furchtlos diese Frau ihren Weg gegangen ist.“ An der Gasstraße, vor dem Wohnhaus der Familie, erinnert ein Stolperstein an die engagierte Solingerin.
Aus Ulla Feldhaus’ Recherchen und Manuskripten wurden Texte, in diesem Sommer dann ein Buch. Das stellt die 65-Jährige am Freitag in den Güterhallen vor, unterstützt von der Solinger Schriftstellerin Sandy Green, in deren in diesem Jahr gegründetem Custos-Verlag das Buch auch erschienen ist. Ulla Feldhaus hat derweil die nächsten Projekte im Blick. Sie möchte weiter über Solinger Frauen, die schon früh politisch aktiv waren, recherchieren und schreiben. Zudem begeistert sie sich für das neu begonnene Klavierspiel („Ich kann schon ,Freude schöner Götterfunken’“) und vor allem für ihren Enkel Charles Ibrahim. sith

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Rezension “So viele wie möglich”, Solinger Tageblatt, 29.10.11

Schon als achtjähriges Kind hat Maria Mitleid mit jedem leidenden Wesen. Sie vergisst sogar die familiäre Andacht, um ein kleines Kätzchen zu retten, das ein Bauer im Fluss ertränken wollte. Diese Eigenschaft verliert Maria nie. Als erwachsene Frau kann sie nicht über die Not und das Elend der Menschen im Krakauer Ghetto hinwegsehen. Als tiefgläubige Rot-Kreuz-Helferin versorgt sie zuerst die Menschen medizinisch. Dann bringt sie sich auch persönlich in Lebensgefahr und schmuggelt Kinder aus der irdischen Hölle heraus in Sicherheit. Die Autorin Sandy Green hat in ihrer Erzählung eine wahre Begebenheit aufgegriffen. Mit ihrer Geschichte zeigt sie, dass durch Gottvertrauen, durch Mut und Zivilcourage einige Kinder gerettet werden konnten - so viele wie möglich. “So viele wie möglich” ist auch der Titel des kleinen Bändchens. Sehr genau beschreibt Sandy Green die Lebens-Situation der jüdischen Menschen im Ghetto, deren Verzweiflung, Not und Elend. Und dann die Trauer, die Hilflosigkeit von Maria, bis diese den Entschluss fasst, Kinder aus dem Ghetto herauszuschmuggeln. Ein Sieg der Menschlichkeit. Mit atemloser Spannung verfolgt der Leser, wie die junge Frau den Kindern beibringt, sich unter ihrem Rock zu verstecken und auf ihren Füßen zu gehen. Er atmet auf, wenn Maria es gerade eben schafft, doch nicht entdeckt zu werden.

Das Buch ist im custos verlag erschienen und kostet 8,90 Euro. Mit einem Euro pro verkauftem Exemplar unterstützt die Autorin den Aufbau des Bergischen Kinderhospizes Wuppertal.          kc

 

Rezension “So viele wie möglich”, Mannheimer Morgen, 10.08.2011

Literatur regional: Die Mannheimerin Sandy Green beschreibt in "So viele wie möglich" das Schicksal einer Rotkreuzschwester im Krakauer Ghetto

Moral, Menschenliebe und eine mutige Maria

Von unserer Mitarbeiterin Erika Deiss

"Wer auch nur ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt", heißt es im Talmud. So denkt, weniger pathetisch, auch Maria, die Rotkreuzschwester aus Krakau, deren Ziel es ist, "so viele wie möglich" aus dem Ghetto der besetzten Stadt herauszuschmuggeln. Dass sie damit ihren eignen Kopf riskiert, schreckt Maria nicht. Es ist der Preis, der in der Zeit der NS-Diktatur auf Nächstenliebe und Zivilcourage steht. Die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, hat Sandy Green, geboren 1969 in Mannheim, nicht mehr losgelassen. Sie setzt der namenlos Gewordenen, die sie Maria nennt, ein so bewegendes wie wunderbar erzähltes Denkmal.

Schon als Mädchen zeigt Maria eine Liebe zu bedrohtem Leben. Tatenlos mit anzusehen, wie ein Kätzchen in den Fluss geworfen wird, lässt sie verzweifeln. Zum Verdruss der Mutter bringt sie das Geschöpfchen heim und schwört sich "So viele wie möglich" solch fatalem Schicksal zu entreißen. Wie viel mehr erst gilt es, solche Willenskraft zu zeigen, wenn Maria bald schon Menschenkinder vor dem sicheren Tod zu bewahren sucht.

Sie wird Krankenschwester und fährt eines Tages mit der blickdicht abgeklebten Straßenbahn durchs Ghetto, als sie durch ein Loch in der Verdunkelung zur Zeugin eines Mords an einem Jungen wird. Sie kann die Bilder nicht verdrängen und beschließt, sich als Rotkreuzschwester nützlich zu machen. Mit bescheidensten Mitteln rückt sie der Not zu Leibe, die die Menschen dort erleiden. Schließlich bringt ein Zufall sie auf die Idee, sie könne die bedrohten Kinder unter ihren weiten Röcken aus dem Ghetto schmuggeln. Das gelingt. Bis ein kranker Junge vorm Tor des Ghettos hustet - damit ist der Weg ins Leben jäh beendet. Hat es sich gelohnt? Was Sandy Greens kraftvolle Erzählung, ihr bisher gelungenstes, weil sprachlich so subtiles wie brillantes Prosastück, so überzeugend macht, ist der genaue Blick, der uns Marias kurzes Leben prägnant als Muster unbeugsamer Menschenliebe so lebendig wie konzis vor Augen stellt.

 

Solinger Wochenpost, 19.07.2011

Ein wichtiges Buch

Rezension zu Sandy Greens “So viele wie möglich”

Solingen/Buchtipp (IT). Mit ihrem neuesten Roman “So viele wie möglich” taucht die Solinger Autorin erneut ein in die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus. Sie erzählt die Geschichte einer Rotkreuzschwester, die im Krakauer Ghetto arbeitet und dort mehrere jüdische Kinder herausschmuggelt.
Der Kern der Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Da aber über die Identität der Krankenschwester ansonsten nichts bekannt ist, projiziert die Autorin das marianische Ideal auf ihre Heldin. “Maria”, wie sie bezeichnenderweise heißt, wächst in einem streng christlichen polnischen Elternhaus auf und entwickelt schon früh eine ausgeprägte Neigung, Elend zu lindern. Die beiden Komponenten Glaube und Hilfsbereitschaft bestimmen auch ihr Erwachsenenleben, das sie als Krankenschwester in Krakau zur Zeit der deutschen Besatzung erlebt.
Als sie eines Tages mit dem furchtbaren Schicksal der Juden im Krakauer Ghetto konfrontiert wird, beschließt sie zunächst, dort ihren Dienst als Krankenschwester zu versehen. Als ihr klar wird, dass vor allem Kinder die Hauptleidtragenden von Hungersnot, Krankheiten und der stets präsenten und unerklärbar brutalen Behandlung durch die SS-Wachen sind, trifft sie den lebensgefährlichen Entschluss, die Kinder aus dem Ghetto zu schleusen, indem sie sie unter ihrer weiten Schwesterntracht versteckt.
Die fesselnd erzählte Geschichte orientiert sich sehr an der Gefühlswelt ihrer Protagonistin durch deren Augen wird das ohnmächtige und sinnlose Leid verfolgen, hervorgerufen durch ein krankes Weltbild. Es ist jedoch letztlich dieses Weltbild, das dem zu jener Zeit auch unter Nichtjuden tristen Leben durch aktive Zivilcourage einen Sinn und die wichtigen Glücksmomente verschafft.
Dass Sandy Green das seit dem Mittelalter geläufige Bild der heiligen Maria, die Schutzbedürftige unter ihren Mantel holt, bemüht, passt natürlich perfekt zum religiös fundierten Überbau der Geschichte, ist aber am Ende - ebenso wie der gesamte logistische Aspekt des Schleusens und dessen Nachsorge, dessen Schilderung aufgrund des geringen Seitenumfangs ausbleibt - nur Nebensache. Im Grunde geht es um die Notwendigkeit sozialen Verhaltens in jeder Gesellschaft. Das wird wieder einmal hervorragend umgesetzt.
Ein beklemmendes, aber gleichzeitig lesenswertes und in der heutigen Zeit sehr wichtiges Buch.
 

IGdA-aktuell, Ausgabe 2/2007

Der König und die Ruhe

Sandy Green
Köln: Tonstudio Martin Gerke 2006
CD, ca. 20 Min.

Die innere Uhr

Nur ein tapferer, weiser Mann mit einem guten Herzen wird die Ruhe finden, die der König in seinem Reich vermisst. Die Autorin (Jg. 1969) erzählt uns hier ein Märchen, sie liest selbst auf der CD mit musikalischer Umrahmung des Komponisten und Sound Designers Martin Gerke. Inhalt und Aufbau sind stereotyp der Gattung Volksmärchen gemäß: Der König verspricht demjenigen, der ihm die Ruhe bringt, seine Tochter zur Frau. Von den drei Bewerbern – Prinz, Edelmann, Bauernsohn – besteht natürlich letzterer die drei Prüfungen auf dem Weg zur Ruhe. Nachdem dieser Bauernsohn auf dem Rückweg noch eine Zusatzprüfung besteht – zu allen diesen Prüfungen musste man übrigens ein gutes Herz haben -, erfüllt sich sein Glück ebenso wie das des Königs und des ganzen Reiches.
Ruhe stellt sich bekanntermaßen ein, wenn der Mensch quasi nach seiner inneren Uhr seine Arbeits- und Erholungsphasen einteilen kann. In der hektischen, durch die Ökonomie bestimmten Moderne ist das freilich nicht möglich – Fritz Reheis schreibt dazu in seinem Buch Die Kreativität der Langsamkeit (1996): „Das Tempo und der Takt der Arbeitswelt vergewaltigen insgesamt die Eigenzeiten und –rhythmen der Individuen.“ Bezeichnenderweise muss der König am Ende eine kleine Uhr verschlucken, worauf sich allgemein die Ruhe, die er ausstrahlt, auf all anderen überträgt. Reheis spricht von der „Neurhythmisierung des Lebens“ durch „Innehalten“, das Erlernen von „Zeitelastizität“ sogar mit der Entwicklung der autonomen Persönlichkeit zusammen. Unter diesem Gesichtspunkt wird dieses archaisch anmutende Märchen sogar zur Parabel auf den Umgang mit der Zeit.
Liebe Mitmenschen: lest das Buch von Fritz Reheis – und dann zur Belohnung hört dies Märchen an – das gehört beides zusammen. Und findet den eigenen Rhythmus und die innere Ruhe als Gegenkraft zur äußeren Hektik.

Karl-Heinz Schreiber

 

 

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